Rülzheim, 2026

Der erste „Langzeit-Campingplatz“

Nach langer und fast schon verzweifelter Suche nach einem Campingplatz auf dem noch ein freier Platz für mich als Dauercamper frei war, bin ich im pfälzischen Rülzheim erfolgreich fündig geworden.

Nachdem ich ja nun einige Campingplätze als „Tagesgast“ besucht hatte und es auf Dauer extrem teuer wird, immer den Tagesgast-Tarif zu bezahlen, machte ich mich auf die Suche nach einem Dauer-Campingplatz.

Im pfälzischem Rülzheim bin ich nach langer Suche fündig geworden.

Das Camping Resort Rülzheim ist von Hockenheim ca. eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt und der einzige Campingplatz weit und breit, der noch freie Dauerstellplätze frei hatte. Zunächst buchte ich jedoch einen Platz zum Tagestarif, um mir die Zeit zu nehmen, den Platz ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Nach ein paar Tagen entschloss ich mich, trotz einiger Defizite, die dieser Platz hatte, dazu einen Dauerstellplatz zu buchen.

Genaueres über das Camping Resort Rülzheim findet ihr hier in der Rubrik Campingplätze.

Winter in Rülzheim

Wie die meisten aller Campingplätze in Deutschland und Europa, liegt auch dieser Platz am Rande des Ortes. Mal eben schnell einkaufen gehen, war nicht so einfach. Zum Glück hatte ich zu dieser Zeit noch einen PKW zur Verfügung und konnte mit ihm schnell mal zum Supermarkt fahren. Wie praktisch ein zusätzlicher PKW wirklich ist, wurde mir erst bewusst, als mir dieser „Luxus“ nicht mehr zur Verfügung stand.

Auf dem Platz selbst, war fast nichts los. Nur wenige einzelne Camper waren auch in der Woche auf dem Platz. Es gab Tage, an denen ich keine Menschenseele gesehen, geschweige denn gesprochen hatte. Noch dazu kamen die trüben Monate Januar bis März, mit Regen quer, Minustemperaturen und sehr wenig Sonne.

Die Tage flossen zäh und ereignislos dahin. Zusammenfassend kann ich nur sagen, es war extrem öde und langweilig.

An den Wochenenden jedoch kamen deutlich mehr Camper, trotz trüber Wetteraussichten und gelegentlich hielt man mit seinen Nachbarn ein Schwätzchen. Diese Tage gingen jedoch immer viel zu schnell vorüber.

Wichtige Erkenntnis gewonnen

Es war ungefähr März, als ich eine wichtige neue Erkenntnis gewonnen hatte, die im Grund ganz logisch war und auf die man, mit ein wenig gedanklichen Aufwand, auch hätte kommen können.

Denn es macht einen Unterschied, ob du dein Geschirr, deine Besen, Handfeger und Schaufel, ein paar Wochen in den Ferien und an ein paar Wochenenden benutzt, oder täglich!

Beim Geschirr, also Teller, Tassen und so weiter, hatte ich schon auf eine gute Qualität geachtet und bin auch sehr damit zufrieden, aber dem Grill und den Kochtöpfen sah man bereits jetzt schon den ständigen Gebrauch an. Daher brauchte ich neue Kochtöpfe und musste, gezwungenermaßen, deutlich tiefer in die Tasche greifen. Herkömmliches Campinggeschirr kann man recht günstig kaufen. Aber qualitativ höherwertiges Geschirr macht dann schon einen deutlichen Preissprung.

Außerdem hatte ich auch noch die Nase voll vom Gasherd im Wohnmobil. Möchte man beispielsweise Nudelwasser auf dem Herd zum Kochen bringen, können schon mal 45 Minuten ins Land gehen. Daher entschloss ich mich ein kompaktes Induktionskochfeld mit zwei Platten zu kaufen und das war eine der besten Investitionen, die ich jemals für das Wohnmobil getätigt hatte. Wenn ich dann mal Nudeln kochen wollte, dauerte es genauso lang wie zu Hause. Das ist so eine der Anschaffungen, bei denen man sich fragt: „warum bist du nicht früher auf die Idee gekommen?“.

Was auch zu diesem Thema nicht vergessen werden darf, ist die Tatsache, dass du mit deinem Wohnmobil nicht mal eben nach Hause fahren kannst, es schön von innen reinigen, und dann wieder auf Reisen gehen. Sämtliche Reinigungsutensilien müssen mitgeführt werden. Egal ob Staubsauger, Wischmopp mit Eimer oder auch alles andere. Es gab in dieser Zeit also viel zu investieren und viel zu überlegen. Man konnte ja nicht einfach irgendetwas kaufen, es musste immer unter dem Gesichtspunkt ausgesucht werden, dass es kompakt, leicht und gut zu verstauen war. Lange Rede kurzer Sinn, ich war ziemlich beschäftigt.

Es wird Frühling

Die Tage werden wieder länger, die Sonne schaut ab und zu zwischen den Wolken durch und die Anzahl an Campern steigt mit jedem Wochenende. Zwischenzeitlich musste ich auch noch auf einen anderen Dauerstellplatz umziehen, weil der Platz, auf dem ich stand, ab April verpachtet war. Der neue Stellplatz jedoch war fürchterlich uneben und ein Mix aus Gras und Schotter. Man kann sich vorstellen, dass ich wenig begeistert war. Aus Mangel an alternativen Campingplätzen, blieb mir leider nichts anderes übrig. Außerdem hatte ich ohnehin geplant im Mai nach Norddeutschland zu fahren, Familie und Freunde wiedersehen, und anschließend weiter über England nach Schottland. Also die zwei Monate werde ich schon irgendwie überstehen.

Schön war aber, dass an den Wochenenden meine Nachbarn fast immer da waren und wir uns immer schön unterhalten konnten. Oftmals schimpften wir gemeinsam über die „Chefin“ vom Campingplatz. Es mag ja sein, dass sie zu den „normalen“ Übernachtungsgästen freundlich war, aber zu uns Dauercampern war sie häufig schnippisch und überheblich. Man fühlte sich auf diesem Platz nicht als Gast. Behandelt wurde man eher wie ein Mitarbeiter. Den Vogel hat die Dame abgeschossen, als ich mir einen kleinen Zaun um mein Wohnmobil installierte. Vom Straßenrand bis zum Zaun musste eine bestimmte Entfernung eingehalten werden (so ca. einen Meter). Mein Zaun stand aber ca. 15-20cm weiter Richtung Straße. Nur ein oder zwei Tage später kam der Platzwart und machte mich einerseits darauf aufmerksam und teilte mir andererseits mit, dass der Zaun weiter von der Straße weg sein muss. Eigentlich hatte ich das Gefühl in einer Daily Soap zu sein. „Das kann doch wohl nicht dein Ernst sein?“ fragte ich ihn und er sagte mir, dass es eine Platzvorschrift ist und die Vorschriften müssen eingehalten werden.

Willkommen in Deutschland…

Der arme Platzwart konnte ja nichts dafür, er war ja nur der Überbringer der Nachricht.

Noch ne Geschichte

Vorschriften gut und schön. Solange sie sinnvoll sind und dem Gemeinwohl und dem harmonischen Zusammenleben auf einem Campingplatz dienen. Mal von Sicherheitsaspekten abgesehen. Aber, warum kann ein Dauercamper seinen PKW, mit dem er für gewöhnlich anreist, nicht auf einen Stellplatz parken von einem anderen Dauercamper? Und das kam so: Ein Dauercamper in meiner Nachbarschaft bekam besuch. Sein Platz war jedoch schon voll belegt mit Wohnwagen, Vorzelt und seinem PKW. Der Besucher hatte für den Dauercamper einige größere Sachen in seinem PKW transportiert und brachte diese zu dem Dauercamper. Nachdem alles ausgeladen war, fuhr der Besucher auf den Stellplatz des Nachbarn, der ebenfalls Dauercamper war. Natürlich hatte der Dauercamper vorher gefragt, ob sein Besuch bei ihm stehen kann und selbstverständlich hatte der Nachbar „ja“ gesagt.

Nun stand nun der PKW des Besuchers ein paar Stunden auf diesem Platz und es kam, wie es kommen musste. Der Platzwart hatte die unangenehme Aufgabe dem Dauercamper zu sagen, dass der PKW des Besuchers dort nicht stehen darf. Auch dann nicht, wenn der Nachbar es erlaubt! Nun frage ich mich ernsthaft, welchen Sinn eine solche Vorschrift hat. Und wenn man schon einen solchen Nonsens in seiner Platzordnung stehen hat, wird es Zeit diesen Passus als Erstes zu ignorieren und als Zweites, beim nächsten Druck der Platzordnung, aus derselben zu werfen.

Was ich mit diesen beiden Beispielen eigentlich zum Ausdruck bringen möchte, ist der Umstand, dass man dort Dauercampern gegenüber die Gastgeberrolle vergisst. Es hat eher den Anschein, dass man als Dauercamper froh sein kann, im Camping Resort Rülzheim seinen Wohnwagen oder Wohnmobil hinstellen zu dürfen.

Bad Säckingen statt Schottland

Die einsamen Wintermonate und mein schlechtes privates Umfeld forderten ihren Tribut. Seit vielen Jahren leide ich unter Depressionen und stehe offen zu meiner Krankheit. Hier möchte ich natürlich nicht näher darauf eingehen. Doch eine Depression zwang mich, in eine Klinik zu gehen und dort 10 Wochen zu bleiben.